Der Autofahrer und "sein" Auto

Ob USA, Deutschland oder Europa, jedes Land oder auch jede Region hat seine bevorzugten Automarken. Abhängig ist dies oftmals davon, ob sich in der jeweiligen Region ein Werk oder gar ein Stammsitz des jeweiligen Herstellers befindet. Auch ein Grund, warum die Automobilhersteller verschiedene Standorte der Produktion haben.

So hat der schwäbische Automobilhersteller in Baden-Württemberg besonders viele Marktanteile. Aber nicht nur, weil er hier seinen Stammsitz hat, auch weil die Kaufkraft der Baden-Württemberger entsprechend hoch ist, und gerade die Schwaben Wert auf qualitativ hochwertig verarbeitete Autos legt. Die Automarke Mercedes Benz sieht man so auf den Straßen im Südwesten Deutschlands besonders häufig. Ebenso verhält es sich mit BMW in Bayern und München, mit Opel in Rüsselsheim oder Volkswagen in Wolfsburg. Das Interesse an der jeweiligen Automarke begründet sich in einem gewissen Nationalstolz, aber auch in der Verbindung zu der jeweiligen Automarke – schließlich sind diese wichtige Arbeitgeber in der Region, direkt wie auch indirekt. Sie schaffen Arbeitsplätze, auch außerhalb des Werkes. Eine ganze Region profitiert auch indirekt von erhöhter Kaufkraft.

Dies ist nicht überall so. So werden beispielsweise in Südafrika Modelle von Daimler für den amerikanischen Markt produziert, doch die Arbeitnehmer vor Ort werden sich in aller Regel nie ein Auto leisten können. Dies gilt für mehrere Standorte, die ein für den Hersteller günstiges Arbeitslohnniveau aufweisen, von dem verschiedene Automarken profitieren. So ist Osteuropa für international aktive Unternehmen interessant, eben aus diesen Gründen: niedriges Lohnniveau und gleichzeitig gute Infrastruktur.


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Die Entscheidung für eine Automarke ist jedoch meist emotionaler Natur. Mit jeder Automarke wird ein Image verknüpft, und auch das finanzielle Budget hilft bei der Kaufentscheidung mit. Auch legt jeder andere Maßstäbe an Fahrkomfort, Spritzigkeit, Wirtschaftlichkeit und Design, und so kristallisieren sich einzelne Automarken und Modelle heraus. Wobei es in Sachen Auto auch immer einen gewissen Nationalstolz zu erkennen gibt – so sind in den USA amerikanische Automarken populär, in Deutschland sind es dementsprechend deutsche Marken. Das Kaufverhalten kann sich jedoch laufend ändern, sowie es auch das Image der Autos und die äußeren Rahmenbedingungen tun. Wirtschaftskrise oder –aufschwung, Umweltbewusstsein oder der eigene Nachwuchs, aber auch die veränderte eigene finanzielle Kaufkraft sind Kriterien für die Entscheidung. Auch sind die gesetzlichen Rahmenbedingungen ein wichtiges Kriterium. Während man beispielsweise auf deutschen Autobahnen noch Gas geben und sein hochmotorisiertes Auto ausfahren kann, ist dem in den meisten anderen Ländern Europas – und beispielsweise auch in den USA – nicht so. Auch in Zeiten des gesteigerten staatlichen Bewusstseins für Umweltschutz, gerade in den größeren Städten und Metropolen dieser Welt, ist der Antrieb von Bedeutung. Schadstoffarme Autos sind gerade für Autokäufer, die in Städten wohnen, wichtig – damit sie dieses auch im Alltag benutzen können. Ein weiteres wichtiges Kriterium ist jedoch auch das Platzangebot – gerade wenn das Auto als Alltagsgefährt genutzt werden möchte, und einem bestimmten Einsatz dient. Ob zum Transport von Waren oder Kindern, für den Einsatz als Transporter oder Familienauto – wer ein Auto mit viel Platz benötigt, der gibt vielleicht dafür auch den Traum eines Sportwagens für auf.